Die Vroni in China
Mittwoch, 17. März 2010
Da sind wir wieder!!!
Hallo ihr Lieben,

da sind wir wieder! Tut uns leid, dass wir uns so lange nicht mehr gemeldet haben, aber wir haben in den letzten vier Wochen einfach so viel erlebt, dass gar keine Zeit mehr für den Blog geblieben ist. Es gibt also einiges nachzuholen. Womit beginnen wir denn am besten?

Vielleicht mit einem kleinen Update damit, wo wir gerade sind. Mittlerweile haben wir China verlassen. Seit Sonntag befinden wir uns am anderen Ende der Welt, genauer gesagt in Melbourne. Wir haben Down Under nach einem ca. 14-stündigen Flug von Hongkong aus mit Zwischenstop in Kuala Lumpur erreicht. (Tipp: Cathay Pacific ist echt eine Top-Airline, sogar noch besser als Emirates!) Nachdem wir bis mittags geschlafen haben, haben wir heute damit begonnen, die Stadt zu erkunden. Unser Ausgangspunkt dabei war der Federation Square, das Stadtzentrum von Melbourne. Die Mischung aus viktorianischen Gebäuden und moderner Architektur, die man dort findet sieht echt scharf aus und ist in Europa wohl so nicht zu finden. Ein Regenschauer, der dann in Dauerregen übergegangen ist, hat uns leider erstmal daran gehindert, unseren geplanten Stadtspaziergang fortzusetzen. Stattdessen sind wir lieber in die National Gallery of Victoria: International ausgewichen. Dieses Museum macht seinem Namen wirklich alle Ehre, da Kunst aus allen möglichen Ecken der Erde ausgestellt wird. Egal ob ägyptische Mumien, chinesisches Porzellan, Schnitzereien aus Papua-Neuguinea, europäische Malereien, von überall her war ein bisserl was dabei. Nach unserem Ausflug ins Museum hatten wir kurzzeitig wieder etwas mehr Glück mit dem Wetter. Bei Sonnenschein sind wir über das Moomba geschlendert. Dabei handelt es sich um ein Festival mit Fahrgeschäften, Live-Bands, Wasserski-Contests und vielen Essensständen. Eigentlich ganz schön, allerdings hat uns das Wetter wieder mal einen Strich durch die Rechnung gemacht, sodass wir – ohne das Feuerwerk am Abend gesehen zu haben – zurück in unser Hostel gefahren sind.

Jaja, jetzt sind wir also in Australien. Man muss schon sagen, hier ist es um einiges anders als in China. Wir können uns jetzt keine Double-Bed-Rooms mehr leisten, auch das Essen und der Fahrradverleih sind teurer. Die Leute ordnen sich am Flughafen in wahnsinnig lange und gut organisierte Schlangen ein und bleiben an roten Ampeln zum größten Teil stehen. Außerdem herrscht nicht mehr so ein dynamischer Fahrstil auf den Straßen vor und die Autos fahren auf der falschen Seite. Ganz ungewöhnlich ist es, dass unbekannte Leute ganz freundlich sind und sich entschuldigen, wenn sie einen aus Versehen anrempeln. Auf den öffentlichen Toiletten wird auch nicht mehr gedrängelt. Auf einige dieser Punkte wurden wir in Hongkong bereits gut vorbereitet. Der Einfluss der ehemaligen britischen Kolonialherren ist in manchen Dingen noch deutlich zu erkennen. Außerdem sind natürlich viiiieeel weniger Asiaten unterwegs. Komisch...
Und: Der Himmel hier ist strahlend blau. Man kann regelrecht sagen, er leuchtet. Ich bin das nach meinem halben Jahr in Hangzhou gar nicht mehr so gewohnt. Selbst wenn keine Wolken am Himmel waren, war er doch nicht so strahlend blau, sondern immer ein bisschen smogverhangen...

Bevor wir hier noch mehr von Australien zum Besten geben, wollen wir euch noch ein bisschen etwas über unsere China-Reise erzählen. Wir haben unsere Erlebnisse der Übersicht wegen in mehrere kleinere Artikel gepackt: Shanghai, Peking-Xi´an-Hangzhou, Guilin-Yangshuo, Hangzhou-Hongkong.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und hoffen, dass es zu unserem nächsten Update nicht erst wieder in vier Wochen kommt :-)

Liebe Grüße,
Vroni und Falko

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Peking - Xi'an - Hangzhou
Sehenswürdigkeiten zu besichtigen ist anstrengender als gedacht. Insbesondere wenn sie in der Menge auftreten und so monumental sind, wie die in China. Deswegen gibt es erst jetzt eine Fortsetzung des ersten Blogbeitrags.

Wie im ersten Beitrag schon erwähnt, haben wir die chinesisches Mauer besichtigt. Sie war mit einem Wort: WOW!!! Wir sind insgesamt vier Stunden über dieses unglaublich (sinnlose) beeindruckende Bauwerk gewandert und es war atemberaubend. Selbst das Wetter hat mitgespielt, so dass der Schnee, der anfänglich die ohnehin beschwerliche Wanderung fast unmöglich gemacht hätte, schnell weggetaut war. Die schiere Größe dieser Mauer, die sich scheinbar unendlich auf den Bergkämmen entlangschlängelt, ist nicht mit Worten zu beschreiben. Dieses Bauwerk spielt in einer eigenen Liga. Es ist ohne Frage eines der modernen Weltwunder. Die Wanderung selbst war ein ständiges Treppen steigen, da die Mauer den Bergkämmen wirklich exakt folgt, aber es war die Mühen wert.
Desweiteren haben wir in Peking noch einige Tempel und den Sommerpalast besichtigt. Sehr prachtvolle und wirklich wunderschöne Bauwerke, in denen die Kaiser insbesondere der Ming- und Qing-Dynastien wieder alles gegeben haben, um das einfache Volk zu beeindrucken.
Aber wir haben nicht nur das alte China genossen, sondern auch weiterhin uns kulinarischen Freuden wie Entenzungen und ähnlichem hingegeben und waren mit einer großen Truppe kräftig und ausdauernd feiern. Peking ist einfach eine super-coole Stadt. Alt und Neu, Modern und Zurückgeblieben, Piekfein und Schäbig – alles besteht hier ohne weiteres nebeneinander. Faszinierend, schön, herausfordernd und immer wieder eine Reise wert.
Anschließend an Peking haben wir einen kurzen Abstecher nach Xi'an gemacht. Eine schöne, etwas kleinere Stadt (so 2-4 Millionen Einwohner, je nachdem welchen Angaben man Glauben schenkt) in der es doch ruhiger zu geht. Im Altstadtbereich selber war vor allem das muslimische Viertel wunderschön. Vor allem gab es allerlei Leckereien zu probieren. Dieser Herausforderung haben wir uns gestellt und uns auf unserem stundenlangen Spaziergang durch das Viertel dick und rund gegessen. Es war köstlich – und vor allem günstig. Obwohl die Hygienevorschriften der deutschen Gesundheitsämter hier nicht vollständig eingehalten werden, haben wir diesen Streifzug nicht im Geringsten bereut. Außerdem haben wir auf der Suche nach der großen Moschee – die wirklich schwer zu finden war – noch zwei sehr schöne kleinere Moscheen gefunden, die im Gegensatz zu dem bunten Treiben in den Geschäftsgassen eine Oase der Ruhe bildeten. Kurzum: Es war ein wunderschönes und aufregendes Erlebnis.

Am nächsten Tag folgte das Highlight – eine Tour zu der Terrakotta-Armee. Auch hier wieder: Kaiser wussten zu beeindrucken. Die schiere Menge der Terrakotta-Krieger und der Aufwand, der zur Herstellung der Krieger und zur Aufstellung nötig gewesen ist – ohne Worte. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass diese Armee vor 2200 Jahren aufgestellt wurde. Man betritt die Halle, in der die mühselig wieder rekonstruierten Krieger stehen und ist auf Grund der schieren Größe der Halle sprachlos. Und dort stehen in Reih und Glied unzählige Terrakotta-Krieger. Ein überwältigender Anblick. Bevor wir den Komplex wieder verlassen haben, haben wir noch dem Bauern, der durch Zufall die Armee entdeckt hat, die Hand geschüttelt. Dies bringt Glück, da er jemand ist, der sehr viel Glück hatte. Im Rahmen dieser Tour haben wir noch Überbleibsel einer neolithischen, matriarchalischen Dorfgemeinschaft und das Grab des Kaisers, der die Terrakotta-Armee aufgestellt hat, besichtigt. Bei dem Dorf war nicht viel zu sehen und bei dem Grab gab es noch gar nix zu sehen. Unsere Reiseführerin meinte, das dauere noch 15-20 Jahre, bis das Grab der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnte – schade. Trotzdem war allein der Besuch der Terrakotta-Armee die Tour wert.

Von Xi'an ging es dann das erste Mal für Falko nach Hangzhou. Wir sind am chinesischen Sylvestertag geflogen, weswegen wir beim Landeanflug Feuerwerk „von oben“ bestaunen konnten. Auch auf der langen Fahrt vom Flughafen zur Wohnung wurde schon sehr viel Feuerwerk abgebrannt. Es war wundervoll. Insbesondere, da in China Feuerwerk einen sehr hohen Stellenwert hat und es dort Sachen im freien Verkauf gibt, die in Deutschland nicht mal von professionellen Sprengmeistern angefasst werden dürfen. Unvorstellbar farbenprächtig und laut ist das chinesische Feuerwerk. Es dauerte den ganzen Abend an mit einem wortwörtlich krachendem Höhepunkt an Mitternacht. Selbst das miserable Wetter – Schneeregen – hat dies nicht verhindern können. Wir haben Mitternacht in einer wunderschönen Jazzbar verbracht und haben anschließend noch bis in die Morgenstunden im Coco gefeiert.

Obwohl das Wetter sich in den nächsten Tagen nur langsam gebessert hatte, haben wir zahlreiche Spaziergänge am und um den Westsee unternommen. Hangzhou ist eine wunderschöne Stadt mit unzähligen Möglichkeiten die Natur zu genießen. Lest Euch hierzu einfach die vorigen Berichte zu Hangzhou durch. Wir haben einiges gemacht, von dem Vroni schon berichtet hat. Außerdem waren wir noch in Shaoxing. Eine wunderschöne kleine so genannte Kanalstadt ungefähr 1,5 Busstunden von Hangzhou entfernt. Hier sind Teile der Stadt noch nicht von Stadtplanern umgestaltet worden, so dass man einen Eindruck davon bekommen konnte, wie unter anderem auch Hangzhou vor hundert Jahren aussah. Viele kleine Gässchen und niedrige Häuser mit Hinterhöfen. Das ganze Strassen- und Gassengewirr dabei von unzähligen Wasserstrassen durchbrochen. Wirklich wunderschön und ein ziemlicher Gegensatz zu dem modernen Teilen der Stadt. Was hier eher unangenehm war, dass sehr viel Stinketofu verkauft wurde, der einen wirklich unangenehmen Geruch verbreitet. Nur dieser Geruch hat uns davon abgehalten diesen zu probieren, obwohl eigentlich alles probieren – das soll schon was heißen. Nachdem das Wetter endlich gut war, hieß es für uns Abflug nach Guilin. Mehr dazu lest Ihr im nächsten Bericht.

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Guilin - Yangshuo
Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise sollte unser Ausflug nach Guilin und Yangshuo werden. Die beiden Städte liegen im Südwesten des Landes und sind wirklich eine Reise wert, da sie sich komplett von den Mega-Cities an der Ostküste unterscheiden. Einerseits liegt das an ihrer Größe. Guilin hat – je nach Reiseführer unterschiedlich, aber im Durchschnitt – 650000 Einwohner; Yangshuo ist mit 350000 Einwohnern nochmals deutlich kleiner. Andererseits ist die Landschaft, die man dort zu sehen bekommt, einfach wunderschön. Sie entspricht genau den Vorstellungen, die man als Europäer von Chinas Landschaft hat: Karstberge durch die sich malerisch Flüsse und grüne Täler bahnen.

Vor allem von Yangshuo aus kann man tolle Ausflüge in die Umgebung machen. Dorthin sind wir nach einem eintägigen Aufenthalt in Guilin über den Li-Fluss auf einer Fähre gefahren. Vom Deck des Bootes aus hat uns unser Guide verschiedenste Steinformationen gezeigt wie die neun Pferde, die Frau mit ihrem Kind, die auf ihren Mann wartet, den Reiter mit Pferd, die Göttin Guanyin und noch einige Scenic Spots. Je nach Formation wurde einem mal mehr mal weniger Fantasie abverlangt, um die Gebilde auch wirklich erkennen zu können.

Während dieser Fahrt hat auch eine junge Chinesin Freundschaft mit uns geschlossen. Anfangs hat sie sich nur ein bisschen mit mir unterhalten. Dass ich ein bisschen Chinesisch kann, fand sie super. Zum Ende der Fahrt hin war sie voll von uns beiden begeistert (Ich mag deine Haarfarbe. Deine Augen sind sehr tiefgründig. Ihr seid ein wunderschönes Paar...). Das zeigte sich am augenscheinlichsten darin, als sie mir als Zeichen der Freundschaft eines ihrer Ohrringe schenkte und zum Abschluss noch ein paar Fotos von ihr, mir, Falko, ihrer Mutter und ihrer Tante in verschiedensten Kombinationen knippste.

Nach unserer vierstündigen Fahrt auf dem Li-Fluss sind wir schließlich in Yangshuo angekommen. Während Guilin vor allem bei den Chinesen sehr beliebt ist, bleiben in Yangshuo laut Lonely Planet vor allem die Individualtouristen nach ihrer Fahrt auf dem Li-Fluss. Wir haben es genauso gemacht und uns in einem Hostel für zwei Nächte einquartiert. Unser Zimmer war super, aber das beste war die Roof-Top-Bar, auf der es vormittags Gratis-Frühstück und abends zwei Bier zum Preis von einem gab. Kostenlos war auch der einmalige Ausblick auf den Fluss und die Berge im Hintergrund. Mit solch einer schönen Aussicht haben wir also unsere Tage in Yangshuo begonnen.
Direkt nach unserer Ankunft haben wir zunächst mal die Stadt zu Fuß erkundet. Wir sind auf ein paar Hügel geklettert, haben einen Park besucht und sind auf einen Bauernmarkt gegangen. Zum Glück haben wir vorher noch nichts gegessen, sonst hätte es uns den Magen umgedreht. Die Obst- und Gemüseabteilung war ja noch in Ordnung, aber die Fleischabteilung war eine Herausforderung – sowohl olfaktorisch als auch visuell. Dort haben wir alle möglichen lebende, halbtote und tote Tiere bzw. Tierteile gesehen, sogar Hunde. Nach diesem Besuch haben wir unseren Plan, vielleicht mal Hundefleisch zu probieren, dann doch aufgegeben. Der Anblick war einfach zu krass. Außerdem gab es noch viele weitere Schmankerln zu probieren, wie zum Beispiel mi fen. Dabei handelt es sich um Reisnudeln in einer Brühe, die man in allen möglichen Varianten, vor allem aber mit Pferdefleisch und ein bisschen Grünzeug bekommt. Schmeckt eigentlich ganz gut, wobei ich auch gerne auf das Fleisch verzichtet hätte. Aber mei, gessen wird, wos aufn Tisch kommt... Was richtig lecker war, war der Bierfisch. Bei dieser Spezialität aus Yangshuo und Guilin handelt es sich um einen gegrillten Fisch in Biersoße mit vielen leckeren Kräutern, die wir nicht alle kannten. Diesen Leckerbissen haben wir in einem Restaurant gegessen, das noch nicht wie viele andere Läden auf Touristen eingestellt war und das uns ein junger Yangshuoer, mit dem wir uns vorher unterhalten hatten, empfohlen hatte. Da in der ganzen Küche kein Fisch mehr zu finden war, hat sich der Chef höchstpersönlich auf sein Motorrad geschwungen und extra für uns vom Markt frischen Fisch geholt. Dieser Bierfisch war bei weitem unser bestes Abendessen in Guilin und Yangshuo.

An unserem zweiten Tag haben wir uns daran gemacht, Yangshuos Umgebung mit dem Fahrrad zu erkunden. Nachdem wir uns für nur 4 Euro zwei Mountain Bikes gemietet hatten, konnte es losgehen. Unser Ziel war die Drachenbrücke, die über den Drachenfluss führt. Dieser Fluss ist ein Nebenfluss des Li-Flusses und ist ebenfalls von grünen Wiesen, Reisfeldern und natürlich Karstbergen umgeben – einfach traumhaft. Wir können eigentlich von Glück sprechen, dass wir die Brücke und den Radweg, auf dem wir zurückradeln wollten, nicht gleich gefunden haben. Dadurch haben wir mitten in der chinesischen Pampa die tollsten Plätze entdeckt und ich hab es tatsächlich geschafft, mich bei einem Ausweichmanöver zur Abwechslung mal in einen chinesischen Straßengraben zu stürzen. Ich hab mir zum Glück einen relativ sauberen Graben ausgesucht, also war`s nicht so schlimm. Außerdem war es ziemlich warm (so um die 28 Grad), sodass nasse Füße auch keinen Weltuntergang bedeutet haben.
Wenn hier chinesische Pampa steht, dann meinen wir das auch so. Oft waren weit und breit keine Häuser zu sehen, ab und zu mal ein Dorf und ein paar Bauern. Ansonsten sind wir nur an Reisfeldern und Mandarinen- bzw. Orangenfeldern und am Fluss entlanggefahren. Um so lustiger ist es aber, dass wir an der Drachenbrücke einer Gruppe Münchnern begegnet sind, die sich gerade in China aufgehalten haben, weil der Sohn/Bruder/Freund einige Tage vorher in Shanghai eine Chinesin geheiratet hatte.

Auch unser zweiter Tag in Yangshuo war super. Weil uns das Radln so gefallen hat, haben wir uns – vielleicht etwas übereifrig – gleich nochmal zwei Mountain-Bikes gemietet. Allerdings haben wir an diesem Tag nicht so lange durchgehalten wie am Tag zuvor, was zum einem am Muskelkater und zum anderen an den noch wärmeren Temperaturen lag. Außerdem wollten wir an diesem Tag wieder zurück nach Guilin fahren. Für unseren Ausflug hatten wir zwei Ziele anvisiert: einen riesengroßen, 1000 Jahre alten Banyanbaum und den Mondberg.
Der Banyanbaum war wirklich gigantisch – so groß, dass wir in beinahe nicht fotografieren hätten können. Der Umfang des Stammes war unglaublich riesig und die meisten großen Äste haben anscheinend eigene Wurzeln geschlagen, die den Baum zusätzlich mit Nährstoffen versorgen und gleichzeitig als Stütze dienen.
Nachdem wir diesem Wunderwerk der Natur einen Besuch abgestattet hatten, sind wir zum Mondberg geradelt, der nicht weniger beeindruckend ist. Woher der Name kommt, ist auf den ersten Blick ersichtlich: Im oberen Drittel des Berges befindet sich ein Loch in Form einer Mondsichel. Man muss sich mal Gedanken darüber machen, wie solch eine Formation zustande kommen kann. Sehr faszinierend. Beinahe noch beeindruckender war allerdings die Aussicht, die man vom Gipfel aus hatte. Karstberge, Reisfelder und der Banyanbaum in der Ferne – einfach toll!

Eigentlich war es fast etwas schade, dass wir noch am gleichen Tag wieder zurück nach Guilin gefahren sind. Man hätte bestimmt noch ein paar Tage mit derartigen Ausflügen verbringen können. Aber das Hostel für die kommende Nacht und der Flug zurück nach Hangzhou für den darauffolgenden Tag waren schon gebucht. Außerdem wollten wir von Guilin aus einen Ausflug nach Longsheng zu den Reisterassen machen.

Dass dieser Ausflug ein Trip der besonderen Art werden sollte, hatten wir aber nicht gedacht. Laut Beschreibung der Rezeptionistin hörte sich alles ganz gut an. Wir sollten mit einem Bus zunächst in ein Dorf fahren, in dem man sich fakultativ eine Longhair-Show einer chinesischen Minderheit ansehen konnte. Danach sollten wir ca. drei Stunden Zeit haben, um auf eigene Faust die Reisterassenfelder, die man von Postkarten her kennt, zu erkunden. Wir dachten uns, dass wir gut auf den ersten Teil des Ausflugs verzichten können und haben uns schon auf die kleine Wanderung durch die Terassen gefreut.
Daraus wurde dann aber nicht allzu viel. Aus irgendwelchen Gründen sind wir nämlich in eine chinesische Reisegruppe geraten. Das wäre an und für sich ja nicht schlimm, nur leider unterscheiden sich offensichtlich die Vorstellungen von Chinesen und Europäern was derartige Ausflüge betrifft doch recht stark voneinander. Außerdem war das Englisch der Tourleiterin ziemlich dürftig, sodass sie uns so gut wir gar nicht verstanden hat. Was noch hinzukam, war die Tatsache, dass sich die Tour komplett von dem unterschied, was uns im Voraus beschrieben worden war. Plötzlich hieß es, dass wir uns die Show ansehen mussten, dass nur eineinhalb Stunden für die Reisfelder blieben und das eine eigenständige Erkundung sowieso nicht möglich sei. Ähm ja, wir kamen uns vor wie im falschen Film.
Schließlich gelang es uns doch, uns von der Gruppe etwas abzuseilen und noch ca. eine Stunde in den Feldern spazieren zu gehen. Der Anblick der Terassen war – trotz unseres Ärgers – schon sehr beeindruckend. Vor allem muss man bedenken, wie viel Mühe und Arbeit hinter dem wunderschönen Anblick stecken. Schade, dass uns nicht mehr Zeit geblieben ist, dieses Gebiet zu erkunden. Am besten wäre es wohl, ein oder zwei Tage durch die Hügel zu wandern. Naja, vielleicht beim nächsten Mal...

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Hangzhou - Hongkong
Zurück aus dem Südwesten des Landes und wieder in Hangzhou hieß es erst einmal Zelte abbauen. Konkret bedeutet das: Gepäck aus der Wohnung holen, Pakete nach Deutschland schicken (Zwei kleine Päckchen mit insgesamt 12 kg. Tüdeldüdüü, in nem halben Jahr kann sich schon ganz schön viel ansammeln. Hoffentlich kommt alles gut zu Hause an...), sich noch einmal mit ein paar Freunden treffen, um Adressen auszutauschen und bye-bye zu sagen. Es waren noch ein paar schöne letzte Tage in Hangzhou mit Besuchen im Teehaus, in uigurischen Restaurants, in denen es echt super Essen gibt oder in Massagesalons, wo wir von oben bis unten für „nen Appel und ein Ei“ durchgeknetet wurden. Falko hat auf die letzten Tage auch noch ein paar Kollegen und ein paar Freunde von mir kennengelernt, die langsam wieder an die Uni zurückgekehrt sind, weil das neue Semester an der Zheda bereits am 1. März wieder begonnen hat. Zum Glück war das Wetter mehr als bescheiden – d.h. Dauerregen bei ca. 5-10 Grad – sodass mir der Abschied von Hangzhou nicht ganz so schwer gefallen ist. Außerdem stand ja auch das nächste Abenteuer sozusagen vor der Tür: HONGKONG

Vorher sollten wir bei einem kleinen Abstecher nach Shenzhen allerdings noch einmal erfahren, was chinesische Gastfreundschaft bedeutet. Dort haben uns die Eltern von Tao, die ich bereits im Oktober besucht hatte, und deren Bekannte vom Flughafen abgeholt. Danach wurden wir zum Morgentee, einem typisch kantonesischem „Brunch“ eingeladen, wo wir das Beste der südchinesischen Küche vorgesetzt bekamen: verschiedenste Teigtaschen, Nudeln, Hühnerfüße, Frühlingsrollen und natürlich Tee. Bei einem Abstecher nach Hause gab es noch etwas Tee zu trinken, was man sich nicht so wie bei uns zu Hause vorstellen darf. Sowohl die Zubereitung als auch der Genuss des Tees werden regelrecht zelebriert. Wir durften im Rahmen der beeindruckenden Zeremonie zwei hervorragende Tees verköstigen. Anschließend haben sie uns noch einen Fahrer organisiert, der uns nach einigen Umwegen direkt vor die Haustür des Hostels gebracht hat. Dies war angesichts unseres Gepäcks eine Wahnsinnserleichterung. Insbesondere dafür, aber auch für die schönen, doch leider viel zu kurzen, gemeinsamen Stunden möchten wir uns hier ganz herzlich bedanken. Wir freuen uns schon sehr, wenn wir unsere Gastgeber in Deutschland begrüßen dürfen und wir uns für diesen unvergesslichen Nachmittag revanchieren können.

Dank Fahrservice sind wir dann ohne Luft zu holen direkt inmitten des Tollhauses Hongkong angekommen. Diese Stadt ist echt verrückt. Shanghai war beeindruckend, Peking faszinierend, aber Hongkong topt alles. So viele Menschen, Häuser, Lichter, Autos und Geschäfte auf so engem Raum, man kann sich das eigentlich kaum vorstellen. Wobei wir gestehen müssen, dass wir uns während unserer Fahrt von Shenzhen nach Hongkong anfangs gewundert haben, wo sich denn der ganze Hochhausdschungel versteckt hält. Kommt man nämlich von Festlandchina aus in die Stadt, sieht man zunächst einmal vor allem grüne Hügel. Je weiter wir dann aber Richtung Kowloon, wo sich auch unser Hostel befand, vorgedrungen sind, umso dichter und höher wurde die Bebauung und als wir dann abends gegen sechs Uhr schließlich angekommen sind, waren wir mittendrin statt nur dabei. Nachdem wir eingecheckt hatten, haben wir uns auch gleich ins Getümmel in den Straßen um unser 5-qm-Zimmerchen gestürzt. Dass es ziemlich schwül war, da Hongkong schon subtropisch liegt, hat uns ganz und gar nicht gestört. Im Gegenteil: Die 26 Grad am Abend fanden wir nach den kalten Temperaturen, mit denen wir auf Festlandchina überwiegend konfrontiert wurden, ausgesprochen angenehm :-)

Schon bei unserem ersten Spaziergang und in den darauf folgenden Tagen fiel uns auf, dass in Hongkong vieles anders läuft als im Rest von China und dass sich der Einfluss der ehemaligen britischen Kolonialherren auch heute noch bemerkbar macht. Am auffälligsten ist, dass die Autos auf der „falschen“ Seite fahren. In Hongkong herrscht nicht wie auf Festlandchina Rechtsverkehr, sondern Linksverkehr, was schon mal eine gute Einstimmung auf Australien war. Außerdem bleiben die meisten Leute bei einer roten Ampel stehen. Das ist uns aufgefallen, als wir plötzlich die einzigen waren, die trotz Kirschgrün die Straße überqueren wollten. Und: Die Menschen versuchen, direkten Körperkontakt zu vermeiden, was zur Folge hat, dass nicht mehr so viel gedrängelt wird und sich die Leute entschuldigen, wenn sie einen anrempeln. Wenn eine U-Bahn einfährt, steigen die einen zuerst aus und dann die anderen ein und es ist nicht so, dass alle gleichzeitig rein und raus wollen.

Leider haben die Briten auch die Hongkonger Küche beeinflusst, was nicht unbedingt positive Auswirkungen hatte. Da wir ganz verwöhnt vom Festland nach Hongkong gekommen sind, war unser erstes kulinarisches Erlebnis in Hongkong eine ziemliche Enttäuschung. Aber mei, man gewöhnt sich an alles. Dafür haben wir viele andere Erlebnisse gemacht: einen Ausflug an den Strand, eine Wanderung um den Peak (die höchste „Erhebung“ Hongkongs) mit einem wunderbaren Blick auf die nächtliche Stadt, Einkaufsbummel auf den vielen Märkten, über die man zwangsläufig immer wieder stolpert usw. Was wir wahrscheinlich nie vergessen werden, war die Symphony of Lights: eine wie verrückt blinkende Skyline, die mal mehr mal weniger auf die Musik im Hintergrund abgestimmt war. Man muss dieses Spektakel mit eigenen Augen gesehen haben, sonst kann man sich's nicht vorstellen.

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