Die Vroni in China
Samstag, 30. Januar 2010
Das ging aber schnell...
Hangzhou, den 29.01.2010

Hallo zusammen,

ich sitze gerade im Starbucks und wenn ich aus dem Fenster sehe, dann liegt der Westsee vor mir. Draußen ist es neblig und auch schon ein bisschen dämmrig. Aber meine Aussicht ist schön. Immer wieder fahren ein paar Schiffchen über den See und in der Ferne sehe ich eine kleine Insel im Dunst verschwinden.
Ich bin traurig und glücklich zugleich. Traurig, weil meine Zeit in China zu Ende geht Glücklich, weil ich am Montag Falko vom Flughafen in Shanghai abholen werde und zwei aufregende Reisemonate vor uns liegen.

Es ist verrückt, wie schnell die Zeit vergangen ist. Ich habe das Gefühl, sie ist verflogen. Aber ich glaube, so ist das, wenn alles neu ist, wenn man sich wohl fühlt, wenn es einem gefällt, wenn man ständig etwas zu tun hat, wenn man nette Leute kennenlernt und einem die Arbeit Spaß macht.
Schon vor zwei Wochen hatte ich meine letzten Unterrichtsstunden. Ich wollte etwas Besonderes daraus machen, weshalb ich mir einige Spiele überlegt habe. Außerdem sollten mir die Studenten von ihren Plänen erzählen, nachdem ich ihnen von meinen erzählt hatte. Zum Schluss mussten sie auf ein Blatt Papier ihre Meinung zu meinem Unterricht schreiben: was ihnen gefallen hat, was nicht so schön war, was ich gut gemacht habe, was ich in Zukunft besser machen kann. Ich glaube, die Studenten waren ehrlich. Sie haben einige Verbesserungsvorschläge gemacht, aber im Großen und Ganzen waren sie mit mir und meinem Unterricht sehr zufrieden :-) Das hat mich gefreut. Von einem Studenten habe ich zum Abschied sogar ein Kalligrafiebuch geschenkt bekommen, mit dem ich chinesische Schönschrift üben kann.



Eine andere Studentin hat mir einen Anhänger für mein Handy geschenkt. Das waren wirklich schöne Überraschungen und ich hab mich total darüber gefreut. Mit einer Gruppe hatte ich ein Abschiedsessen nach dem letzten Unterricht und ein Student hat zum Abschied sogar ein Lied für mich gesungen.



Zwei Studenten, die aus Beijing kommen, haben mir angeboten, unsere Reiseführer zu sein, wenn Falko und ich in der chinesischen Hauptstadt unterwegs sind. Viele haben mir im Nachhinein Abschiedsmails geschrieben und mir alles Gute für die Zukunft gewünscht Wer weiß, vielleicht sehe ich ein paar meiner Schüler wieder, wenn sie nach Deutschland kommen, um zu studieren. Meine E-Mail-Adresse haben sie jedenfalls. Einige haben mir gestanden, dass sie mich sehr hübsch finden, und einer hat mich sogar mit einem Engel verglichen :-) So was hört man wirklich gerne...


Der Intensivkurs in nicht ganz kompletter Besetzung. Einige Studenten hatten sich schon vorzeitig in die Ferien verabschiedet oder mussten für die Prüfungen lernen.


Hier seht ihr eine der Klassen, in der ich Wirtschaftsdeutsch unterrichtet habe. Die Arbeit hat richtig viel Spaß gemacht, weil die Truppe ziemlich lustig war :-)


Ich war die erste Deutsche, die diese Klasse unterrichtet hat. Am Anfang mussten sie sich erst daran gewöhnen, dann lief es ganz gut.

Auch vom Institut habe ich mich schon vor einer Woche offiziell verabschiedet. Ich habe einen kleinen Korb mit deutschen Süßigkeiten, also Kinderschokolade, Rocher, Raffaelo und Mon Cherie, ans Institut mitgebracht und eine Karte geschrieben. Ich glaube, mein Geschenk ist gut angekommen. Zumindest war recht schnell nichts mehr davon übrig :-) Ich hab vom Institut auch zwei Geschenke bekommen: ein Seidentüchlein und einen Fächer, auf dem eine Hangzhouer Pagode abgebildet ist. Frau Lu, die stellvertretende Institutsleiterin, hat meine Arbeit gelobt und mir gesagt, dass mich die Kollegen alle sehr gerne hatten. Das hat mich schon gefreut :-)

In der vergangenen Woche habe ich mehr oder weniger in den Tag hineingelebt, weil ich nicht allzu viel zu tun habe. Ich musste nur bei der Prüfungskorrektur mithelfen, meinen Praktikumsbericht schreiben und die Zug- und Flugtickets für die Reise besorgen. Jaja, mein Praktikum ist zu Ende...
Die Wohnung wird jetzt auch schon für meine Nachfolgerin eingerichtet. Sie kommt zusammen mit ihrem Mann, weshalb gestern ein zweiter Schrank und ein großes Bett geliefert wurden.

In den letzten Tagen hab ich versucht, mich nochmal mit den ganzen Leuten zu treffen, die ich hier kennengelernt habe. Vorgestern habe ich mit den Münchner Sinologiestudenten, mit denen ich viel Zeit verbracht habe, ein kleines Abschiedsessen veranstaltet.


v.l.n.r.: Katha, Maria, ich ;-), Annas Freund Philipp und Anna.

Unter anderem gabs Muscheln, Qualle, Hühnchen und betrunkene Shrimps. Die betrunkenen Shrimps wollten wir einfach mal testen, auch wenn die Zubereitung ziemlich brutal ist. Sie werden lebendig in Alkohol geschmissen und werden dann langsam bewusstlos, ähm...ja...





Gestern hatte Matze, einer der Architekten, Geburtstag und wir waren beim Essen und nachher noch in der Reaggeabar.


Der Fotograph ist Matze, das Geburtstagskind.


Hier ist die Geburtstagsrunde zu sehen.


Und hier seht ihr Ahui. Er ist immer für die chinesischen Schmankerln zuständig, wenn wir zum Essen gehen :-)

Heute Abend bin ich auf einen anderen Geburtstag eingeladen und morgen Abend treff ich mich nochmal mit der Architektengruppe. Am Sonntag heißt es dann Kofferpacken, oder besser: Rucksackpacken.

Denn: Am Montag kommt Falko in Shanghai an! Ich freu mich schon so auf ihn und auf unsere gemeinsame Reise :-) Ich hab mir heute schon mein Busticket zum Flughafen gekauft. Die Reise kann also losgehen!
Zuerst bleiben wir für ein paar Tage in Shanghai. So kann sich Falko ganz langsam aklimatisieren und der Kulturschock wird nicht ganz so groß sein, weil Shanghai noch relativ westlich ist :-) Am 4. Februar fahren wir mit dem Nachtzug nach Beijing. Dort bleiben wir ganze sechs Tage, sehen uns die Stadt an und machen einen Ausflug zur Großen Mauer. Danach geht es weiter mit dem Nachtzug nach Xi´an. Xi´an ist eine ehemalige Kaiserstadt, außerdem befindet sich ein paar Kilometer außerhalb davon die Terrakotta-Armee, die jeder kennt und die ich natürlich auch unbedingt sehen will :-) Am 13. Februar geht die Reise nach Hangzhou. Dort feiern wir das Frühlingsfest und bleiben erstmal eine ganze Zeit lang. In Hangzhou selbst gibt einiges zu sehen und außerdem hab ich ein paar Ausflüge in die Umgebung geplant. Am 21. Februar fliegen wir nach Guilin, eine Stadt in Südchina. Dort werden wir eine Floßfahrt auf dem Lijiang machen und uns noch ein, zwei andere Städte und vor allem die Landschaft ansehen. Nach diesem Trip geht es nochmal zurück nach Hangzhou, wo ich dann endgültig meine Zelte abbauen werde :-( Am 2. März fliegen wir nach Hongkong und am 6. März geht es weiter nach Australien. Wir haben also einiges vor :-)

Jetzt genieße ich noch meine letzten Tage vor der großen Reise hier in Hangzhou. Ich bin traurig, es war so schön und jetzt ist es vorbei. Aber ich freu mich auf das, was kommt. Es wird bestimmt alles ganz aufregend!

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Letzte Aktualisierung: 2010.04.05, 13:10
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